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Dies ist die Geschichte von Campells Kampf gegen CoVid-19

Campbell Wallace lebt seit 7 Jahren mit einer doppelseitigen Spenderlunge. Inzwischen geht es ihm wieder gut und er hat uns erlaubt, seine Geschichte hier auf tx-corona.info.de zu veröffentlichen.

Erzählt wird seine Geschichte von seiner Frau Carol, die ihm die ganze Zeit zur Seite stand:

Zuerst die Gute Nachricht: Campbell hat seinen Kampf mit COVID-19 gewonnen!

„Was für eine beängstigende und besorgniserregende Zeit die letzten 3 Wochen waren. Es begann an einem Dienstagabend mit einer leicht laufenden Nase und leicht erhöhter Temperatur. Sein Sauerstoffgehalt war gut und sein Atemvolumen normal, also machten wir uns keine allzu großen Sorgen.
Am Mittwochmorgen fühlte er sich krank und hatte erhöhte Temperatur von 38,7°C, aber keinen Husten, also machte er seine übliche Erkältungsbehandlung, Lemsip (Erkältungsmittel aus UK) und Brandy, während ich online nach COVID-19-Symptomen suchte, die zu dieser Zeit als sehr hohe Temperatur und ein anhaltender Husten angegeben waren. Weil wir seit 8 Tagen bereits abgeschirmt lebten und die Symptome nicht stimmten, dachten wir, das kann es nicht sein.

Am Mittwochabend fühlte er sich schlimmer, zitterte, war sehr schwach und brauchte Hilfe nach oben zu gehen. Während der Nacht stieg seine Temperatur auf 40,3°C, also nahm er Paracetamol, was seine Schmerzen linderte und seine Temperatur senkte.

Donnerstagmorgen schien es ihm ein bisschen besser zu gehen. Er stand auf, aß ein wenig und trank viel. Seine Temperatur war immer noch etwas erhöht, aber immer noch kein Husten. Und sein Atemvolumen war immer noch gut. Er war müde und machte nach der Einnahme von Lemsips ein Mittagsschläfchen. Seine Temperatur schwankte ständig, blieb aber unter 38,2 °C.

Freitag war er sehr schwach und lethargisch. Er schwitzte in der Nacht sehr stark, seine Temperatur stieg auf 42°C, er war vollkommen durchgeschwitzt und zitterte.

Samstag Morgen beschlossen wir, die Notfallnummer 111 anzurufen … nach 2 Stunden sagte man uns, es sei vermutlich eine saisonale Grippe, da er keinen Husten habe. Als gegen Mittag sein Sauerstoffwert abfiel, waren wir sehr gesorgt … und seine Temperatur wollte nicht sinken. Nach einem langen Gespräch beschlossen wir, ins Krankenhaus zu gehen. Gegen 13 Uhr kamen wir in unserem örtlichen Krankenhaus an, doch er durfte das Krankenhaus nicht betreten, musste 40 Minuten im beißenden Wind draußen bleiben, bis ein Doktor zu ihm kam. Endlich wurde er durch eine Hintertür in den CoVid 19 -Bereich aufgenommen, es wurde Blut abgenommen und ein Röntgenbild der Brust gemacht. 5 Stunden später sagten sie uns, seine Infektionswerte seien hoch und seine Nierenfunktion niedrig. Aber seine Röntgenaufnahme der Brust ohne Befund und er könne wieder nach Hause gehen.

Wir waren beruhigt .. es war nicht CoVid-19 .. obwohl sie keinen Test gemacht haben, da er nicht für nötig gehalten wurde.

Am Sonntag ging es ihm dann etwas besser und er konnte ein wenig essen und etwas mehr trinken .. aber er war sehr schwach und müde. Er verbrachte den größten Teil des Tages im Bett. Die kommenden 3 Tage verliefen ziemlich ähnlich und Gott sei Dank hatten wir Freunde, die mehr Paracetamol besorgten.

Donnerstag hatte er sehr viel Gewicht verloren und eine Temperatur kletterte bis auf 40°C und höher. Er war schweißgebadet und hatte keine Energie, aber immer noch keinen Husten. Aber dann sank die Temperatur auf 35°C! … er wurde kurzatmig und sein Atemvolumen sank schlagartig. Also rief ich im Transplantationszentrum an, die mich aufforderten seine Steroide zu erhöhen, mit seinem Notfall-Antibiotikum zu beginnen und die Notfallnummer 111 anzurufen, was wir taten.

Nach von 6 Minuten ging jemand ans Telefon und 5 Minuten später stand der Krankenwagen mit Sanitätern in schönster Schutzkleidung vor der Tür. Seine Temperatur wurde gemessen und betrug 37,9°C lag und seine Sauerstoffsättigung lag bei 97% - dieses Ding scheint in Wellen zu kommen, Stunde für Stunde völlig unvorhersehbar!

Nach einem gründlichen Check und ein paar Telefonanrufen wurde dann beschlossen, ihn zu Hause zu lassen, da er immer noch keinen Husten hatte. Es sei sicherer für ihn, sich von Krankenhäusern fernzuhalten, solange er damit einverstanden sei - natürlich war er das!

Am Freitag ging es ihm gut und die Temperatur war nur einmal nachts kurzzeitig erhöht. Es schien, als würde die Anpassung der Medikamente funktionieren und er war optimistisch über das Schlimmste hinweg zu sein.

Samstag schien er sich weiter ein wenig zu bessern und hatte sogar wieder ein wenig Appetit. Sonntag war er zunächst auf und angezogen, musste dann aber wieder ins Bett. Er war wieder müde und seine Temperatur schwankte rauf und runter, er war immer noch schwach, aber ein wenig munterer.

Der Montag war nicht so gut und er hatte sogar Mühe zu trinken oder aus dem Bett aufzustehen, um zur Toilette zu gehen! Er wurde jetzt wieder atemloser und er war besorgt, was ihm überhaupt nicht ähnlich sieht.

Am Dienstag ging es ihm SEHR schlecht, es erinnerte mich daran, wie es vor seiner Transplantation war. Er konnte kaum sprechen, aß nicht, er fantasierte und war zeitweise sehr verwirrt, seine Temperatur war wieder hoch bis 42,1°C. Also sagte ich, ich würde am Morgen unseren Hausarzt anrufen, selbst wenn er es nicht möchte!

Ich sprach auch mit einer Freundin, die Krankenschwester ist, und sie fragte immer wieder nach seiner Urinmenge und seiner Flüssigkeitsaufnahme. Sie fragte auch, ob es mehr Blutergüsse gäbe und wenn er sich nicht innerhalb von 24 Stunden erholt habe, sollen wir die 999 anrufen! Sie hatte auch ein paar "strenge" Worte mit ihm ..

Mittwoch morgen war er zu schwach, um sein Atemvolumen zu messen, seine Temperatur war überall, und sein Sauerstoffgehalt war auf 91% gesunken war. Aber IMMER NOCH KEIN HUSTEN!

Also rief ich beim Hausarzt an, der fantastisch war. Er machte sich Sorgen um Sepsis oder Nierenversagen. Nach ein paar Telefonaten entschied er, dass der beste Ort für ihn das Wythenshawe Krankenhaus ist. Campbell war es lieber dorthin zu gehen, als in unser örtliches Krankenhaus, weil er den Doktoren dort vertraut und sie nicht mag! (Unser örtliches Krankenhaus konnte ihm bei Bedarf keine Intensivpflege anbieten.)

Wir wurden gewarnt, dass er über die Notaufnahme und das COVID-19-Protokoll hineingehen müsste, und ich würde nicht mit ihm hineingehen oder ihn gar besuchen dürfen. Also packte ich eine Tasche mit allem, von dem ich dachte das er brauchen könnte, denn ich würde ihn ja nicht besuchen und ihm etwas bringen dürfen! Gott sei Dank gibt es Handys!

Wir fuhren nach Wythenshawe, die Straßen waren leer, was besonders zur Hauptverkehrszeit merkwürdig zu sehen war ... der Parkplatz im Krankenhaus war leer ... aber es gab ein Zelt mit gespendeten Waren für National Health Service-Arbeiter, was wunderbar zu sehen war!

Ich rief die Nummer an, die wir anrufen sollten und musste im Auto bleiben. Nach ein paar Minuten kam eine Krankenschwester mit Schutzkleidung zum Auto und bot Campbell einen Rollstuhl an, aber Campbell wie er nunmal so ist, sagte, er würde gehen, wenn es nicht so weit wäre ... die Krankenschwester trug seine Tasche für ihn, da er das nicht schaffte.

Ich will ehrlich sein, ich habe auf der Heimfahrt geweint. Ich wusste, er war besorgt und verängstigt. Und ich konnte nicht bei ihm sein.

Einige Stunden später sah man auf einer die Röntgenaufnahme seiner Brust die COVID-19-Schäden. Er bekam Sauerstoff und intravenöse Antibiotika, das Transplantationsteam passte Medikamente gegen Abstoßung an und er lag in einem separaten Raum. Es wurde ein COVID-19 Test gemacht, aber da es bereits Tag 18 nach Auftreten seiner ersten Symptome war, fiel das Ergebnis negativ aus. Aber alle Anzeichen, einschließlich der Röntgenaufnahmen, zeigten, dass er es hatte.

Zwei Tage Infusionen und es ging ihm deutlich besser, er wollte essen und trinken, dann durfte er nach Hause ... Er ist immer noch ein bisschen schwach, wird aber täglich stärker und frecher! Sein Atemvolumen wurde täglich langsam besser und die Atemnot weniger. Ob seine Lunge langfristig geschädigt ist, wird die Zeit zeigen.

Das Transplantationsteam betreut ihn engmaschig wöchentlich telefonisch und sie waren großartig. Wir sind so glücklich, so fantastische engagierte, großartige Leute zu haben, die innerhalb des NHS arbeiten und das gilt für JEDEN - die Rezeption, das Büro-Personal, die Ärzte, die Krankenschwestern, das Röntgen, die Reinigungskräfte, die Träger, das Küchenpersonal … die GANZE NHS-FAMILIE!

Wir wissen eure Arbeit zu würdigen und danken euch sehr!“

Campbell & Carol