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Mit Corona Apps gegen CoVid-19 - verschiedene Wege mit gleichem Ziel

Weltweit werden Apps entwickelt, die eine Verbreitung des Corona Virus verhindern sollen.

Die besondere Ansteckungsgefahr und die hohe Infektionsrate des Corona-Virus macht den Einsatz einer solchen App sinnvoll, da bei 44 Prozent der Patienten die Übertragungen vermutlich schon vor den ersten Symptomen der Erkrankung stattgefunden hat. (siehe auch: https://tx-corona-info.de/blog/31-infektionen-mit-sars-cov-2-ab-wann-ist-man-ansteckend)

Erst kürzlich brachte auch Deutschland eine Corona Warn App heraus. Sie wurde bisher über 13,3 Millionen mal heruntergeladen, was ca. 15% der Bevölkerung entspricht (Stand 26.Juni 2020).
Sie alle sollen das Ansteckungsrisiko vermindern und Quarantäne verhindern. Um dies zu erreichen setzen die Länder auf unterschiedliche Methoden.

Es gibt eine zentrale und dezentrale Versionen der Apps.

Das Prinzip

Beide Versionen nutzen Bluetooth, um zu erkennen, wenn andere Smartphone Nutzer über einen Zeitraum von mindestens 15 Minuten und mit weniger als 2 Metern Abstand in der Nähe waren. Sollte einer der Nutzer Symptome von CoVid-19 entwickeln, werden die anderen Nutzer informiert und können sich kostenlos testen lassen.

Zentrale und dezentrale Varianten

Die zentrale Variante sendet anonymisierten Daten an einen Server, wo nach Übereinstimmungen gesucht wird, sollte ein Nutzer CoVid-19 Symptome entwickeln. Andere Nutzer werden dann über mögliche Kontakte mit Infizierten informiert. Länder wie z.B. das Vereinigte Königreich und Australien nutzen diese Variante.

Die dezentrale Variante speichert Daten nur auf dem Smartphone und gibt den Nutzer so eine bessere Kontrolle über die Daten.

Begegnen sich 2 Nutzer, die die App installiert haben für mindestens 15 Minuten und mit weniger als 2 Metern Abstand, wird diese Begegnung in Form einer einzigartigen Zahlen-ID auf beiden Smartphones gespeichert. Ebenfalls berücksichtigt wird die Signalstärke. So soll verhindert werden, dass Daten gespeichert werden, wenn sich 2 Menschen z.B. durch eine Wand getrennten unterschiedlichen Zimmern aufhalten.

Wird nun einer der beiden positiv auf Corona getestet und gibt das in die App ein, wird der andere Nutzer darüber informiert und kann sich ebenfalls testen lassen. Diese Art der dezentralen App wird z.B. genutzt in Deutschland und Österreich.

Island nutzt statt Bluetooth eine App-Variante, die mit GPS funktioniert.

Weiter Maßnahmen, um das Coronavirus zu stoppen gibt es in diesen Ländern:

Russland überwacht seine Bevölkerung, indem es über die App Telefonnummer, Passnummer und das Foto speichert und auf sein Bewegungsprofil zugreift. Möchte man sich derzeit in Moskau fortbewegen, muss man sich dafür mit Reisepass anmelden. Um die Einhaltung zu kontrollieren, bekommt der Nutzer unregelmäßig Nachrichten geschickt, auf die er mit einem Selfie antworten muss. Bei Nichtbeachtung erfolgt die Zwangseinweisung in ein Krankenhaus.

Chinas Corona-App funktioniert nach dem Ampelsystem und entscheidet selbstständig, ob und wie weit sich der Nutzer frei bewegen darf. Die App greift auf eine Vielzahl von Daten zurück, wie soziale Kontakte, kürzlich durchgeführte Reisen und die Krankenakten des Nutzers. Daraus ergibt sich dann die jeweilige Farbe: Grün bedeutet keine Einschränkung, bei Gelb wird einwöchiger Hausarrest angeordnet und bei Rot gibt es 2-wöchigen Hausarrest. 

In Südkorea nutzt der Staat mit ausdrücklicher Zustimmung der Bevölkerung die Kreditkartendaten und die Smartphone-Daten, um mögliche Infektionsketten zu erkennen und zu unterbrechen. Hier stellt man die gemeinsame Gesundheit über die individuellen Rechte.

Trotz der Unterschiede, verfolgen alle Apps das gemeinsame Ziel, die Infektionsketten des Corona-Virus zu unterbrechen und Menschen bei einem CoVid-19-Ausbruch zu schützen.