FAQ

Frequently Asked Questions

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Fragen rund um Corona


Infos für Transplantierte


Wir haben hier einige Infos / Ratschläge für Transplantierte zusammengestellt.
Obwohl es aktuell keinen Nachweis gibt, dass Transplantierte häufiger oder schwerer an COVID-19 erkranken als andere Menschen, gelten sie als Hochrisikogruppe.


Wie kann ich mich als Transplantierte/-r vor Ansteckung schützen?

Sie können sich schützen durch Vermeiden von Händekontakt, Vermeidung größerer Menschenmengen, außerdem durch Händedesinfektion/-waschen.

Grundsätzlich sollte man in ein Taschentuch oder notfalls in die Ellenbeuge husten bzw. niesen. Taschentücher sollen nur einmal verwendet und nach Gebrauch anschließend entsorgt werden.

Zu Personen mit Zeichen der Atemwegsinfektion sollte möglichst zwei Meter Abstand gehalten werden.

Händedesinfektionsmittel mit dem Bezeichnung "begrenzt viruzid" oder „viruzid“ sind wirksam gegen das Virus.

Anstelle der Händedesinfektion kann auch regelmäßiges, gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife für mindestens 20-30 Sekunden das Ansteckungsrisiko vermindern. Wichtig ist Händewaschen besonders nach dem Naseputzen, Husten oder Niesen und nach Kontakt mit anderen Personen bzw. möglichen kontaminierten Fläschen.

Ebenso besteht derzeit ein erhöhtes Risiko beim Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel und z.B. auch beim Einkaufen.
Derzeit wird dringend empfohlen, zu Hause bleiben und nur zu notwendigen Einkäufen etc. zu verlassen. Nach Möglichkeit sollte man Lebensmittel online bestellen oder anderen Personen (z.B. Angehörige, Nachbarn) bitten, das Einkaufen zu übernehmen.
In vielen Orten gibt es bereits Hilfsangebote, wo z.B. Zettel mit Erreichbarkeiten im Haus ausgehängt werden.

Wie kann ich mich schützen, wenn meine Angehörigen arbeiten gehen?

Wegen der erhöhten Infektionsgefahr wird empfohlen, den Kontakt zu den Angehörigen möglichst zu vermeiden oder zumindest die oben genannten Schutzmaßnahmen einzuhalten.

 

Kann ich nur noch mit Mundschutz rausgehen?

Das hängt davon ab, wohin Sie gehen.
Sind keine anderen Personen in der Nähe oder in mind. 1,5 - 2 m Abstand, so ist es in der Regel unbedenklich, wenn man keinen Mundschutz trägt.

In öffentlichen Verkehrsmitteln oder Gebäuden mit Publikumsverkehr ist es aber empfehlenswert oder mittlerweile verpflichtend.

Eine Ansteckung mit Krankheiten, die vor allen Dingen durch Tröpfchen (wie z.B. Covid-19) übertragen werden, kann man durch Tragen eines Mundschutzes versuchen zu vermeiden. Ein Mundschutz kann auch eine potenzielle Schmierinfektion verhindern, da man sich mit schmutzigen Händen nicht an Mund und Nase berührt.
Achten sie darauf, dass der Mundschutz eng anliegt, damit seitlich keine Viren eindringen können.

Ausführliche Infos finden Sie auch in unserem Blog ➜

Welche Art Mundschutz brauche ich?

Es gibt 2 Arten von Masken/Mundschutz: einfache OP-Masken aus Flies und Schutzmasken der Standards FFP2 und FFP3 (Filtering Face Pieces). Diese bestehen aus festerem Material und haben teilweise ein Atemventil. 
Es gibt Untersuchungen, dass ein einfacher Mundschutz genauso wirksam sein kann, da die Viren meist an größeren Partikeln anhaften, die auch von den einfachen Masken abgehalten werden.

Außerdem gibt es einfache Stoffmasken zu kaufen oder man kann sie selbst herstellen. Sie sollten mindestens 2-lagig sein.

Ein einfacher Mundschutze aus Stoff lässt sich leicht herstellen. Aktuelle Infos dazu hier ➜

 

Wie legt man einen Mundschutz richtig an?

Beim Anlagen ist es wichtig, dass der Mundschutz komplett über Mund UND Nase reicht und der Drahtbügel am oberen Rand durch leichten Druck an die Nase angepasst wird. Der Mundschutz sollte möglichst eng anliegen, damit nicht an der Seite Viren eindringen können.

Beim Abnehmen beachten: möglichst nicht den Mundschutz anfassen, sondern an den Gummis über die Ohren abstreifen und dann entsorgen (Einmalprodukte).

Einen selbst genähten Mundschutz aus Stoff sollte man täglich wechseln.

Das richtige Anlegen und auch das Abnehmen eines (Einmal-)Mundschutzes wird in diesem Video anschaulich erläutert➜

Muss ich meine Hände nun öfter desinfizieren?

Wichtig ist es, sich regelmäßig und gründlich die Hände zu waschen. Ist das nicht möglich, sollte man die Hände möglichst desinfizieren.

 

Wie wasche ich meine Hände richtig?

- Hände nass machen

- gründlich einseifen (auch Handrücken und zwischen den Fingern)

- ca. 30 Sekunden lang, auch Fingerkuppen etc.

- keinen Schmuck tragen dabei

- Hände abspülen

- Abtrocknen mit EIGENEM Handtuch oder Papiertuch (Wegwerf-)

Ein kurzes Video dazu gibt es hier

Muß ich als Transplantierter von meinem Partner getrennt schlafen?

Sollte Ihr Partner täglichen Umgang mit möglicherweise infizierten Menschen haben ist es sinnvoll, körperlichen Abstand voneinander zu halten, um eine Übertragung zu vermeiden. Dazu zählt auch das getrennte Schlafen.
Erfragen sie beim Arbeitgeber, ob die Möglichkeit besteht, sich von der Arbeit freistellen zu lassen, wenn sie mit einem Transplantierten im selben Haushalt leben.
Manche Ärzte schreiben Arbeitnehmer zum Schutz des Angehörigen krank.

 


Soll / darf ich als Transplantierter arbeiten gehen?

Nicht, wenn Sie dabei Kontakt zu möglicherweise infizierten Menschen haben oder dies möglich ist.

Viele Arbeitsgeber sind von sich aus sehr kulant und gestatten, zu Hause zu bleiben bzw. im Homeoffice zu arbeiten. Bei manchen Arbeitgebern (z.B. im medizinischen Bereich) werden Transplantierte direkt aufgefordert, zu Hause zu bleiben.

 

An wen soll ich mich wenden, wenn ich befürchte eine Coronainfektion zu haben?

Grundsätzlich ist es wichtig, nicht mit Fieber oder Verdacht auf eine Infektion in einer Praxis oder Ambulanz zu erscheinen.

Rufen Sie ihren Hausarzt oder ihr Gesundheitsamt an, dort wird man ihnen weiterhelfen.

 

Kann ich durch die Corona-Impfung eine Abstoßung bekommen?

Angesichts der hohen Risiken einer schweren COVID-19-Erkrankung für Transplantierte und den positiven Erfahrungen mit vorhergehenden Impfungen, wie z.B. Influenza geben alle TX Zentren eine klare Impfempfehlung aus.

Allgemein ist nicht zu erwartet, dass sie sich von der Reaktion der untersuchten Bevölkerung auf den Impfstoff unterscheiden.

Daten zur Sicherheit bei immungeschwächten Empfängern sind aber noch nicht verfügbar.

Bedenken hinsichtlich erhöhter Abstossungsrisiken wurden in früheren Impfstudien bei TX Patienten nicht begründet, sind jedoch für mRNA-Impfstoffe derzeit nicht bekannt.

Aufgrund der spezifischen Wirkung von mRNA, Spike-Proteine zu erzeugen, scheint es unwahrscheinlich, dass sie eine übergreifende Immunantwort hervorrufen.

(Quelle ISHLT)

Bei einem Vektorimpfstoff wird ein Virus verwendet, das sich normaler Weise nicht im Körper vermehren kann. Wahrscheinlich ist dies auch unter der Einnahme einer immunsuppressiven Therapie so. Wissenschaftliche Studienergebnisse dazu gibt es aber bislang nicht. (Quelle DTG)

Sind Immunsupprimierte durch eine Impfung vor Corona geschützt ?

Klinische Studien haben zunächst dazu keine Antwort geliefert, da Immunsupprimierte ausgeschlossen sind. Die meisten Impfstoffe gegen andere Krankheiten haben eine verminderte Wirksamkeit.

Inzwischen gibt es erste Studien und Erfahrungen:

  • Eine amerikanische Studie der Johns Hopkins University zeigt, dass von 436 TX Patienten, von denen keiner zuvor Covid-19 hatte, nur 17% durchschnittlich 20 Tage nach Erhalt der ersten Biontech-Pfizer- oder Moderna-Impfstoffdosis neutralisierende Antikörper gegen Covid-19 zeigten.

  • Eine weitere Straßburger Studie untersuchte 242 NierenTX Patienten. 28 Tage nach der ersten Dosis des Moderna-Impfstoffs haben nur 10,8% von ihnen Antikörper.

  • Bessere Immunantwort haben laut dieser Studie Patienten, die bereits länger transplantiert sind, eine niedrigere Immunsuppression erhalten und eine bessere Nierenfunktion haben.

  • Nach vorläufigen Angaben zeigten etwa 45% dieser Patienten wenige Wochen nach dieser zweiten Injektion Antikörper. Dies scheint zu bestätigen, dass die 2. Injektion die Impfreaktion verbessert, aber viel niedriger bleibt als bei Menschen, die nicht immungeschwächt sind.

Was ist der Unterschied zwischen humoralen und zellulären Zellen?

Die Immunität durch eine Impfung basiert auch 2 „Säulen“:

- die humorale Immunität über Antikörper - vermittelt durch B-Zellen und

- die zelluläre Immunität vermittelt durch T-Zellen.

T-Zellen können sich zu sog. Gedächtniszellen entwickeln, d.h., sie merken sich, welches Virus sie bekämpft haben. Bei erneuter Infektion können sie viel schneller reagieren als bei der Erstinfektion, und produzieren Antikörper, auch wenn bis dahin keine mehr im Blut nachweisbar waren.
So KÖNNTE auch ohne nachweisbare Antikörper ein Schutz bestehen.

Sollte man sich als TX Patient oder als Wartepatient gegen das Coronavirus impfen lassen?

Die Deutsche Transplantationsgesellschaft DTG) empfiehlt eine Impfung für Patienten auf der Warteliste und Patienten nach einer Organtransplantation.
Die Impfung schützt sowohl vor der Erkrankung, als auch vor einem schweren Verlauf.
Daten zur Wirksamkeit bei Transplantierten gibt es bisher allerdings noch nicht, wohl aber Impfdaten von mehr als 100.000 Patient*innen, die die Wirkung der Impfung bestätigen.

In welcher Impfgruppe sind TX Patienten?

Die Impf - Reihenfolge ist in Deutschland in der Coronavirus Impfverordnung geregelt. Organtransplantierte sind in der 2. Impfgruppe.

Ich wurde frisch transplantiert. Ab wann kann ich mich impfen lassen?

Wegen der hohen Immunsuppression kurz nach einer Transplantation, sollte eine Impfung erst ca. 6 Monate danach erfolgen. Der Zeitpunkt ist auch abhängig vom persönlichen Verlauf und sollte daher mit dem TX Zentrum angesprochen sein.

Welcher Impfstoff ist geeignet für TX Patienten und Wartepatienten?

Da sich die Empfehlungen für Impfstoffe teils wöchentlich ändern, bitten wir Sie, zur Sicherheit mit Ihrem Zentrum Rücksprache zu halten.

Die Deutsche Transplantationsgesellschaft DTG) empfiehlt für Transplantierte die Verwendung von mRNA Impfstoffen der Firmen Biontech/Pfizer oder Moderna, genauso wie die Verwendung des Vektorimpfstoffs von AstraZeneca. .

Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren werden zur Zeit nicht geimpft, da es hier keine Zulassung gibt. An einer Zulassung wird jedoch gearbeitet.

Jugendliche zwischen 16 und 18 werden mit dem mRNA Impfstoffe von Biontec-Pfizer geimpft.

Warum gibt es keine Studien-Erfahrungen zur Impfung von Transplantierten?
TX Patienten und andere immungeschwächte Patienten wurden aus den Corona - Impfstudien ausgeschlossen, und daher ist die Wirksamkeit in diesen Patientengruppe unbekannt.
Schützt die Corona Impfung Immunsupprimierte?

Klinische Studien haben zunächst dazu keine Antwort geliefert, da Immunsupprimierte ausgeschlossen sind.Die meisten Impfstoffe gegen andere Krankheiten haben eine verminderte Wirksamkeit.

Inzwischen gibt es erste Studien und Erfahrungen:

  • Eine amerikanische Studie der Johns Hopkins University zeigt, dass von 436 TX Patienten, von denen keiner zuvor Covid19 hatte, nur 17% durchschnittlich 20 Tage nach Erhalt der ersten Biontech-Pfizer- oder Moderna-Impfstoffdosis neutralisierende Antikörper gegen Covid19 zeigten.
  • Eine weitere Straßburger Studie untersuchte 242 Nieren-TX Patienten.
    28 Tage nach der ersten Dosis des Moderna-Impfstoffs haben nur 10,8% von ihnen Antikörper.
  • Bessere Immunantwort haben laut dieser Studie Patienten, die bereits länger transplantiertsind, eine niedrigere Immunsuppression erhalten und eine bessere Nierenfunktion haben.
  • Nach Angaben einer noch unveröffentlichten Studie der Johns Hopkins Universität zeigten etwa 45% dieser Patienten wenige Wochen nach dieser zweiten Injektion Antikörper

Dies scheint zu bestätigen, dass die 2. Injektion die Impfreaktion verbessert, aber viel niedriger bleibt als bei Menschen, die nicht immungeschwächt sind.

Warum basiert sie Immunität nicht nur auf Antikörpern?

Die Immunität durch eine Impfung basiert auch 2 „Säulen“

Die humorale Immunität über Antikörper - vermittelt durch B-Zellen und die zelluläre Immunität vermittelt durch T-Zellen.

T-Zellen können sich zu sog. Gedächtniszellen entwickeln, d.h., sie merken sich, welches Virus sie bekämpft haben. Bei erneuter Infektion können sie viel schneller reagieren als bei der Erstinfektion, und produzieren Antikörper, auch wenn bis dahin keine mehr im Blut nachweisbar waren.

So KÖNNTE auch ohne nachweisbare Antikörper ein Schutz bestehen.

Wie lange schütz die Corona Impfung?

Die Immunität nach einer durchgemachten CoVid-Infektion beträgt ca. 9-10 Monate.

Der Schutz des Impfstoffes ist stärker, und man hofft, er schütz dementsprechend länger.

Kann ich mich trotzt starker Niereninsuffizienz impfen lassen?

Das Risiko für einen schweren Verlauf ist bei transplantierten Niereninsuffizienz - Patienten sehr hoch, so dass eine Impfung um so wichtiger ist.

Hat die Höhe der Immunsuppression einen Einfluss auf die Impfung?

Ja, die Höhe der Immunsuppression beeinflusst die Impfung.

Sowohl die Impfantwort als auch die Nebenwirkungen sind bei höherer Immunsuppression schwächer.

Können Geimpfte das Coronavirus übertragen?

Ob und in welchem Maße geimpfte Menschen das Coronavirus übertragen können, ist laut Robert-Koch-Institut bislang nicht geklärt.

Wie sinnvoll sind Antikörpertests nach der Corona Impfung?

Ein Antikörpertest kann helfen herauszufinden, wie stark die Impfantwort bei Immunsupprimierten Patienten ist. Die Erfahrung anderer Impfungen zeigt eine reduzierte Impfantwort, z.B. bei Influenza oder Hepatitis-Impfungen. Unter Umständen könnte zur Erhöhung der Antikörper eine dritte Impfung in Betracht gezogen werden.